Hidden Distance
Streifzüge durchs Leben kurz notiert...
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28. August 2005

Korea University (KU) & i-House (iH)

Hammer! Eigentlich gibt es kein Wort, was wirklich die Situation an der KU beschreiben könnte. Warum? Man könnte stundenlang erzählen was diese Universität wirklich ausmacht, aber ich fange mal bei den weniger spektakulären Fakten an. Die Uni ist in diesem Jahr 100 Jahre alt geworden und zählt somit zu einer der traditionsreichsten Unis Südkoreas. Der Campus hat in etwa die dreifache Größe des Regensburger Campus und man braucht zu Fuß gute 40 Minuten von einem Ende zum anderen. Damit man diese Strecken auch einigermaßen schnell zurücklegen kann, gibt es
a) einen kostenlosen Shuttlebus-Service der im 10 Minutentakt fährt und
b) kann man mit der U-Bahn vom Science-Campus (Anam Station) zur Korea University Station fahren.
Wir sind hier etwa 200 Austauschstudenten, die zwischen einem und zwei Semestern in Korea bleiben wollen. Die Studenten, die über das KUSEP (KU Student Exchange Programm) nach Korea gekommen sind müssen keine Studiengebühren in Höhe von ca. 3000 Euro im Semester abdrücken. Das einzige wofür wir zahlen ist die Unterkunft und das alltägliche Leben (Essen, Trinken, etc). Die Korea University ist eine private Universität und inzwischen ähnlich organisiert, wie die großen US-Unis.

Bauliche Situation?

Die Uni an sich glänzt wie eine Firmenzentrale. Sämtliche älteren Gebäude sehen in etwa so aus, wie alte schottische Burgen, bloß als ob sie gerade eben neu gebaut worden wären. Die neuen Gebäude versuchen sich an dem Stil zu orientieren, sind aber wesentlich eleganter in der Fassade und innen sehr modern ausgestattet. Die Aussenanlagen entsprechen etwa dem, was wir in einem super gepflegten englischen Garten erwarten würden. Auf ideale Länge gestutzter Rasen, der wohl täglich gedüngt und gegossen wird; sogar zwei in der Farbe unterschiedliche Graßsorten wurden eingesetzt um vertikale Streifenmuster in etwa ein Meter breitem Abstand zu erzeugen. Zentral ist ein kleiner Brunnen und ein Wasserspiel, darum herum gruppieren sich Bäume mit Sitzgelegenheiten. Man kommt sich bisschen wie im Privatgarten eines Millionärs vor. Die Wege sind entweder frisch geteert oder aus exakt quadratischen Steinbodenplatten. Geht man weiter in die Gebäude hinein, jetzt mal speziel das unterirdische Lern- und Shoppingzentrum, dann glänzt alles aus Stahl, Glas, Holz und poliertem Stein. Es gibt einen Fastfoodladen, ein Supermarkt, einen Schreibwarenladen und diverse große Bib-ähnliche Räume, wo man elektronisch seinen Platz reservieren kann. Geht man weiter in das LG-Posco Building, dass die KUBS (KU Business School) beherbergt, wird man durch noch tollere Innenausstattung verwöhnt. Überall gläserne Aufzüge oder Rolltreppen. In irgendeiner Form sportlich betätigen muss man sich also nicht. Die Klassenzimmer – ich nenne sie absichtlich so – sind schon allein wegen ihrer Größe keine “Hörsäle”. Die Aufteilung ist in etwa überall ähnlich. Ungefähr 30-50 Sitzplätze, alle mit ziemlich bequemen Stühlen ausgestattet. Na ja, ich glaub ein Bild sagt hier mehr als 1000 Worte.

Finanzierung?

Nun, wer hat das denn alles finanziert? Die KU ist sehr stark darin Spenden einzutreiben und die beiden großen Firmen LG (Elektronik, Mischkonzern) und POSCO (Stahlverarbeitung) haben für dieses Gebäude jeweils 20 Millionen USD gespendet – wenn ich das nicht falsch verstanden habe. Der Rest kam aus Mitteln, die Privatpersonen, Professoren(!) und andere Unternehmen zur Verfügung gestellt haben. Einen kleinen Rest trug dann die Uni selbst.

Ähnlich finanziert ist auch das internationale Wohnheim. Kurz CJ i-House genannt. CJ ist ein sehr bekannter Nahrungsmittelhersteller (ähnlich wie bspw. Nestle oder Danone nur sehr viel kleiner) in Korea. Das Wohnheim wurde erst zum Sommersemester eröffnet und ist folglich noch nicht voll ausgelastet. Insgesamt ist es in zwei Teile getrennt: Ein Teil für Studenten, einer für Professoren. Die Eingangshalle darf man durchaus protzig nennen, für ein Studentenwohnheim. Naja, eigentlich ist es mehr ein Hotel. Es gibt eine 24/7 besetzte Rezeption. Es gibt eine Cafeteria mit “Continental Breakfast” (zumindest, was sich Koreaner darunter vorstellen), ein Fitnessstudio (vollausgestattet, mit allen Feinheiten und die neuesten Geräte), zwei Musikzimmer, eines mit Klavier, einen Waschraum mit Industrietrocknern und Waschmaschinen, ein TV-Zimmer mit DVD und Dolby 5.1 Surround Sound Anlage samt X-Large Plasma Fernseher. Um in die Zimmer zu gelangen wurden zwei Aufzüge eingebaut und in jedem Stockwerk befinden sich Konferenzzimmer, die man zum Lernen benützen kann. Die Zimmer selbst kann man sich nach belieben aussuchen. Entweder Einzelzimmer in Double, Triple oder Quad Rooms oder Doppelzimmer in Triple oder Quad Rooms. Doppelzimmer heißt dabei, dass man einen netten Zimmergenossen hat, der im gleichen Zimmer auch sein Bett stehen hat. Die Zimmer haben eine eigene Dusche, ein eigenes WC und sind relativ groß geraten. Die Einzelzimmer hingegen sind wesentlich kleiner als z.B. mein Regensburger Zimmer im Gesslerheim. Zu den KU Fotos. Zu den i-House Fotos

Permalink — Kategorie: Fotos · Korea · Uni — Hirschi @ 7:55 — Kommentare (0)

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