Hidden Distance
Streifzüge durchs Leben kurz notiert...
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18. March 2006

Internet in Korea (speziell E-Mail)

Ich gehöre immer noch zu denjenigen, die E-Mail mit all seinen Funktionen hoch schätzen. Selbst Unmengen an SPAM und Viren, die Konkurrenz von Instant-Messanger-Systemen und sonstige Unarten (HTML-Mails, Empfangsverifikation, Kettenmails) schrecken mich (noch) nicht ab…

Microsoft überall

Leider verhält es sich aber im proprietären Korea etwas anders. Hier hat Microsoft die Computer- und Internetwelt fest in der Hand. Wer ohne Internet Explorer surft, stößt überall an seine Grenzen. Mag das OnlineBanking über Hanabank sein, die Communitywebsite Cyworld oder auch nur das Onlineportal der Korea- oder Yonsei-University. Überall benötigt man irgendwelche ActiveX oder sonstigen PlugIns, die es nur für den Internet Explorer gibt und wenn das mal nicht der Fall ist, dann darf man sich darauf gefasst machen, dass das Layout total verwüstet ist.
JavaScript wird oft so verwendet, dass man auch ja kein neues Fenster in Firefox oder Safari öffnen kann.
Ein einfaches Beispiel gefällig?
Man versuche mal die KU Bibliotheksseite aufzurufen und dort in die “WEB DB” vorzustossen. Unmöglich… stattdessen darf man sich den Link selbst zusammenbauen.

Allgemein hält man es in Korea nicht für nötig sich an Webstandards zu halten. Cyworld produziert beispielsweise allein 359 Fehler nach HTML 4. Eine lobende Ausnahme: Daum. Aber in diesem Fall folgt der Rückfall ins dunkle Mittelalter sobald man E-Mails an Hanmail Adressen sendet…

Internet Explorer

Man kann sich die Frage stellen, was ist denn am Internet Explorer 6 so schlecht? Hier eine kurze Übersicht:

Für weitere Ausführungen? Siehe Wikipedia: Criticisms of Internet Explorer. Meine Hoffnung ist, dass irgendwann die Erkenntnis kommt, dass auch Software-Monokulturen mehr schaden als nutzen.

Hanmail

Die folgende E-Mail hat das Fass zum Überlaufen gebracht:

This message was created automatically by mail delivery software.

A message that you sent could not be delivered to one or more of
its recipients. The following addresses failed:

< [xxxxxxxxx]@hanmail.net>
< [xxxxxxxxx]@hanmail.net>

SMTP error from remote server after MAIL command:
host mx8.hanmail.net[211.43.197.123]:
550 5.7.1 < [xxxxxxxxx]@hirschvogel.org>… Error.your access was denied.? Since you sent too many e-mails,you are not allowed to send more e-mails within 24 hours.After 24 hours,you can send e-mails as usual.If you did not send any e-mails,which is considered as a spam,you’d better register

A. Es ist nicht mein Problem, wenn es Hanmail nicht auf die Reihe bringt einen vernünftigen E-Mail-SPAM-Filter aufzusetzen. Immerhin schaffen dies 99% aller anderen Freemailprovider. Wenn eine E-Mail also meine E-Mail-Adresse aufweist, bedeutet das noch lange nicht, dass auch ich diese E-Mail abgeschickt habe. Absenderspoofing bringt jede(r) 14-jährige auf die Reihe, wenn er/sie gezielt danach sucht. Fragt sich nur warum einer der größten Freemailanbieter in Korea das nicht gebacken bekommt.

B. Dumm nur, dass nach wie vor ein Großteil der koreanischen Internetbevölkerung @hanmail.net Adressen hat. Zwar mit sinkender Tendenz [1][2], nachdem auch vermehrt Webportale die Anmeldung mit Hanmail Adressen verbieten, aber leider immer noch ausreichend viele Freunde…

C. Die schwachsinnige Aufforderung mich zu registrieren ignoriere ich mal. Erstens brauche ich keine weitere E-Mail Adresse; zweitens ist die technische Grundlage von E-Mail bewusst so gewählt worden, dass man sich nicht beim Empfänger registrieren muss; drittens sehe ich überhaupt nicht ein, warum ich wieder persönliche Daten weitergeben soll, nur damit ein Dritter meine E-Mails empfangen kann;

Permalink — Kategorie: IT · Korea — Hirschi @ 4:15 — Kommentare (5)

5 Responses to “Internet in Korea (speziell E-Mail)”

  1. Stefan says:

    Hallo und danke für diesen Beitrag, der auf amüsante Weise meine Theorie bestätigt, dass man jedes koreanisches Eigenlob bequem um 180 Grad wenden und dann genauso plausibel vertreten kann.

  2. Bernd says:

    Sorry Leute,
    ihr redet Unsinn, mit hanmail habt ihr Recht, aber was Korea und Internet betrifft befinde wir uns in Deutschland im Mittelalter, ich lebe zur Zeit in Seoul, kommt einfach her und schaut es euch selbst an…
    Gruss Bernd

  3. Hirschi says:

    Ich moechte nochmal darauf hinweisen, dass ich mich hier ausdruecklich auf das Einhalten von Standards und Software-/Hardwarevielfahlt beziehe und in dieser Hinsicht ist Suedkorea gnadenlos im hintertreffen… Das sollte man als Firefox User eigentlich gut verstehen.

    Auch allgemein sehe ich den Fortschritt in Korea jetzt auch nicht als so bahnbrechend an. In welchen Bereichen befindet sich denn Deutschland im “Mittelalter”? (btw: ich lebe im Moment auch in Korea)

  4. Hallo ,

    ich möchte es nur als kleine Randbemerkung anfügen und fragen,
    warum muss es ein bestimmter, nationaler E-MAil-Anbieter sein in unserem
    “Global-Leben” ?
    Nehmen Sie doch einfach den kostenlosen und nach meiner Einschätzung leistungsfähigen Anbieter Freenet. In 2 Minuten löppt alles sehr gut !

    Tschüss, F.Koch

  5. Hirschi says:

    Da ich das Glück hatte eine Domain mit meinem Nachnamen noch zu bekommen, liegt es natürlich nahe, eine E-Mail Adresse mit der Endung @hirschvogel.org zu haben. Diese Möglichkeit habe ich bei anderen Anbietern leider nicht, da diese “exklusiven” Zugriff (zumindest eine Weiterleitung des mx-hosts) auf meine Domain benötigen, um mir so eine E-Mail-Adresse zu ermöglichen. Das bietet zudem den Vorteil, dass ich wesentlich mehr Kontrolle über mein Postfach habe, als wenn ich irgendeinen privaten E-Maildienst verwende.

    Im Grunde genommen ist das auch kein Problem meines E-Mail Anbieters, sondern ein Phänomen der Internetdienste E-Mail und WWW, dass Spammer / Würmer / etc meine im Jahr 2002 einmal angegebene Adresse abgreifen und diese für Massenmails verwenden. Und dass sich Hanmail nicht standardkonform verhält, wie es 1000 andere E-Mail Dienste tun, braucht meinen lokalen “Provider” eigentlich nicht zu stören. Aber es stört mich…

    Außerdem wäre das Problem nicht gelöst, wenn ich Freemail verwenden würde. Legen sie ihre E-Mail-Adresse nur ein einziges Mal sehr publik ab und warten sie einige Zeit. Spammer werden ihre E-Mail Adresse verwenden um auch Mails an Hanmail zu schicken und schon – nachdem ein Spammer ca 500 Mails an Hanmail geschicht hat = rund 10 Sekunden bei einer schnellen Netzanbindung – können sie keine Mails mehr an hanmail Adressen verschicken.

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