Nachdem nuku kurz über den Einstufungstest an der Yonsei berichtet hat, gebe ich kurz die Situation an der KU wieder:
Soweit ich mich erinnern kann, war am ersten Tag der Orientierungswoche der Korean Placement Test. Am Morgen wurden wir erstmal mit all den Formalitäten (Rede, Vorstellung) in großer Runde begrüßt. Im Anschluss ging es auf zur “Campus Tour” und folgend die “IT Session”. So gegen 5 Uhr versammelt man sich dann im International Studies Building um die Prüfung abzulegen. Wer keine Kenntnisse hat und in Beginner 1 wollte, durfte ein leeres Blatt abgeben. Alle anderen traten mehr oder weniger unvorbereitet an…
Ich hoffe mal, dass ich die koreanischen Grammatikstrukturen richtig benannt habe. Wenn ich etwas falsch sein sollte, dann bitte ich darum dies in den Kommentaren zu erwähnen.
Jeder Kurs baut auf den Vorhergehenden auf und zusätzlich sollte man die Vokabeln aus den Kursen “Colloquial Korean”, “Colloquial Korean Reading” oder “Colloquial Korean Writing” beherrschen.
Beginner 1: keine Kenntnisse im Koreanischen
Kursinhalt sind die Hangul Zeichen, die ersten zehn Lektionen des (aufs wesentliche reduzierten) Buchs 한국어회화 1. Grammatik: grundlegende Vokabeln / Grammatik: Die Höflichkeitsform ~아/어요, diverse Partikel wie ~도/만, Objekt-Postposition 을/를, Possesiv-Postposition 의, Satzkonjunktionen wie (하)~고, lokative / direktionale Postpositionen 에서/에/로, Verneinung mit 안, Vergangenheit ~았/었어요, Fragewörter, Zeitangaben, Subjektpostposition ~이/가, ㅂ니다/습니다 Höflichkeitsstufe…
Beginner 2: Mindestkenntnisse aus Beginner 1
Vertiefte Grammatik und zweiter Teil des 한국어회화 1 Buchs: Lektionen 11-20. Grammatik: Zahlen sowohl chinesisch als auch koreanisch, 는데요 als Höflichkeitsform, ~을래요, ~고싶다, ~지 마세요, ~을거예요 (Futur), Verb + 게, Verlaufsform, Bedingungssätze 면, “versuchen” 보다, ~기 싫다, Höflichkeitsform ~시~, ~면서, 밖에, Verneinung 지 않다, kausale und konsekutive Satzverbindungen wie 기 때문에 oder ~아/어서, 같다, Futurinfix ~겠~ und vieles mehr;
Intermediate 1: im Mittel etwa ein Jahr Koreanisch im Ausland gelernt
Hier wird man regelrecht mit Grammatik bombadiert; in der Regel werden innerhalb von 75 Minuten 2-3 verschiedene Grammatikformen besprochen und/oder wiederholt. Sämtliche Formen hier aufzuzählen spare ich mir mal; zugrunde gelegtes Buch ist 한국어회화 2, Lektionen 1 bis etwa 15. In den Sommer- bzw. Winterkursen werden die Lektionen 15-20 behandelt, so dass man im nächsten Semester mit Intermediate 2 anfangen kann. Außerdem nimmt in den Colloquial Kursen der Wortschatz fast exponentiell zu, so dass man wirklich täglich Vokabeln lernen muss.
Intermediate 2: im Mittel etwa zwei Jahre Koreanisch im Ausland gelernt;
Da ich die folgenden Kurse nicht belegt habe, kann ich dazu nicht viel sagen. Ich gehe aber davon aus, dass ab Intermediate 1 jeweils ein Buch pro Stufe verwendet wird – hier 한국어회화 3 für Intermediate 2.
Advanced 1 und Advanced 2: ausgehend von den Beobachtungen, wer denn solche Kurse besucht, sollte man mündlich wie auch schriftlich seinen Stil soweit gefestigt haben, dass man alle Punkte die man “rüberbringen” will auch flüssig formulieren kann. Zusätzlich werden die ersten Hanja ab Advanced 1 unterrichtet.
Hinweis: Wer an der KU darüber nachdenkt ernsthaft koreanisch zu lernen sollte mindestens das Level Intermediate 1 besuchen. Alles davor ist für ein Semester gesehen ziemliche Zeitverschwendung. Ohne ausreichende Koreanisch-Kenntnisse in das Intermediate Level zu wechseln ist übrigens genauso wenig ratsam. Mehr zu den Kursen selbst, in einem extra Post.
In den Hauptkursen wird hauptsächlich Grammatik beigebracht und ein wenig Wortschatz. Die Begleitkurse “Reading”, “Writing” und “Colloquial” dienen dem Wortschatzaufbau, wobei gelegentlich auch Grammatik gemacht wird. Die ersten beiden Kurse erklären sich von selbst, in Colloquial wird bunt gemixt: man darf Aufsätze schreiben, längere Texte lesen, Sprachübungen machen und Spiele spielen
Beginner 1:
- Korean Beginner 1
- Korean Colloquial Beginner 1
Beginner 2:
- Korean Beginner 2
- Korean Colloquial Beginner 2
Intermediate 1:
- Korean Intermediate 1
- Korean Writing Intermediate 1
- Korean Reading Intermediate 1
Intermediate 2:
- Korean Intermediate 2
- Korean Writing Intermediate 2
- Korean Reading Intermediate 2
Advanced 1:
- Korean Advanced 1
- Korean Writing Advanced 1
- Korean Reading Advanced 1
Advanced 2:
- Korean Advanced 2
- Korean Writing Advanced 2
- Korean Reading Advanced 2
Zuerst erhält man ein fast leeres Blatt, mit dem Hinweis einen Text (한글) zu schreiben in dem man sich selbst vorstellt (자기 소개). Für die Grundstufe wird dabei erwartet, dass man sich selbst vorstellt mit Alter, welche Uni man besucht, den Namen und Anzahl der Geschwister, Beruf von Mutter und Vater, usw. Je umfangreicher, desto besser. Wer gar keine oder nur sehr wenig Koreanisch schreiben kann, dem wird geraten soviel zu schreiben wie ihm/ihr möglich ist. Natürlich sollte man möglichst sein ganzes Wissen, vor allem im Hinblick auf Grammatikstrukturen, anwenden, denn nur so sehen die Prüfer was man kann (der schriftliche Test ist wohl ausschlaggebend in welchen “Hauptkurs” man kommt).
Nachdem man alles geschrieben hat was einem so einfällt (oder eben das Blatt voll ist), wird man zum Gespräch eingeladen. Das Gespräch dreht sich anfangs darum, was man in seinem Text geschrieben hat. Bekommt man gar kein Wort raus, so wird gefragt, wie viele Personen in der Familie sind. Alle folgenden Fragen hängen nun vom Level des Sprechers ab. Ich wurde über das Wetter und das Leben in meiner Heimatstadt befragt. Dabei sollte ich auf die Jahreszeiten eingehen und das Hobby, das ich in den jeweiligen Jahreszeiten ausübe. Ich hatte insgesamt das Gefühl, das mit einer Frage immer der mündliche Teil der jeweiligen Stufe gefragt wurde. Wenn das so ist, dann können auch folgende Themen besprochen werden: Bestellung in einem Restaurant, Telefongespräche, …
Zwei Tage nach dem Test kann man dann sein Ergebnis vor dem Intl. Office einsehen. Dabei ist das Level getrennt vom Grammatiklevel. Es kann also vorkommen, dass man Korean Reading Intermediate 2 besucht, aber nur Korean [Grammer] Intermediate 1.
Wer in letzter Zeit [<7 Monate] zufällig in der COEX Mall war, hat sicherlich die etwa 4qm großen Displayflächen auf dem Boden wahrgenommen. Auf diesen Flächen kann man je nach aktueller Einblendung Fussball spielen, Autorennen fahren, usw… Gesteuert wird dies über einen überdimensionalen Beamer und eine Kamera (tippe auf Infrarot-Kamera) an der Decke [bei Gelegenheit mach ich ein Foto].
Im Endeffekt ist es nur ein Anwendungsbeispiel für eine Werbeplattformen, aber die Technik dahinter bietet weit mehr als man zu glauben möchte. Verwandte Projekte wären:
Das rechte Bild mit dem Spiel zeigt auf Tischmaßstab, was im COEX auf den Boden projiziert wurde [sämtliche Bildrechte verbleiben bei SCSL].
Am eindrucksvollsten ist aber das Projekt von Jeff Han: Multi-Touch Interaction Research. Der Link mit dem Video (empfehlenswert!) geisterte etwa gegen Februar 2006 durchs Web und zeigt in welche Richtung künftige Benutzeroberflächen gehen könnten.
[Update] Statt Direktlink auf das Video (s.o.) hier nun der YouTube Mirror:
Unsere Wohnheimsmanagerin hat mir aufgetragen, endlich mal eine vernünftige Karte der Korea University zu zeichnen. Nachdem ich das ewig vor mich hingeschoben habe, wurde ich heute morgen während meiner Aufsichtszeit dazu zwangsverpflichtet. Im folgenden das Resultat:
Zum Wohnheim führen insgesamt drei Wege, zwei davon sind für Autos, ausgenommen Taxis, kostenpflichtig. (Kostenpflichtig ist die rot-gestrichelte Strecke von Korea Univ. Hospital, bis zu dem Punkt, wo sich die gestrichelte rote und blaue Linie trennen) Wer mit einem privaten Auto kommt, sollte sich an der Rezeption des Wohnheim einen Stempel aufs Ticket machen lassen. Damit entfallen die Kosten für die Parkzeit.
1. Taxi: Linie 6, Anam Station aussteigen. Kostenpunkt: etwa 2000 Won
Sicherlich die bequemste Methode zum Wohnheim zu gelangen, wenn man Gepäck hat. Von der U-Bahnstation über Ausgang 3 hinausgehen und ein Taxi herwinken. Die Taxifahrer finden den Weg am ehesten, wenn man ihnen eine Karte zeigt und den Weg über das KU Krankenhaus nimmt. Zum Krankenhaus (Haupteingang) fahren und dann rechts abbiegen Richtung “Mautstelle”. Nach dem Sportplatz kann man das Wohnheim sofort sehen. Die Taxifahrer sprechen in der Regel sehr wenig Englisch (nicht praktikabel) und kennen die Umgebung meistens nicht im Detail (sie würden ohne Anweisungen von Passenten oder dem Passagier nicht zum Wohnheim finden).
2. Shuttlebus: Linie 6, Korea University aussteigen. Kostenpunkt: 0 Won
Während der Unizeiten von 9:40 bis 5:50 fährt im 10 Minuten Takt ein Shuttle (rote Strecke) – am besten über die Aufzüge im Lyceeum und LG-Posco (Business Building) zur Bushalte an der Zentralbibliothek (hinter dem Springbrunnen und Wasserfall, wenn man von unten kommt). Ach, während der Mittagspause (etwa 11:50 bis 1:30) nur im 20 Minutentakt. Es sei noch angebracht dazu zu sagen, dass der Bus relativ eng ist und man größere Koffer darin schlecht transportieren kann. Außerdem ist er zu den Stosszeiten, also kurz vor den Vorlesungen (10:30, 12:00, 14:00, 15:30) sehr voll. Nicht zu vergessen, dass der Bus nicht automatisch an jeder Haltestelle hält, sondern nur, wenn draußen Studenten warten oder Studenten kurz vor der Haltestelle zum Busfahrer vorgehen.
3. zu Fuß gehen: U-Bahnhaltestelle: egal
Ums vorwegzunehmen, das ist nicht zu empfehlen. Mit Koffern den halben Berg hochlaufen ist kein Spass – insbesondere nicht im Hochsommer, im Winter und wenn es regnet. Man geht wirklich 10-15 Minuten den Berg hoch und ärgert sich später, warum man nicht 1,70 Euro für die Taxifahrt ausgegeben hat. Ohne schwere Koffer ist die Strecke aber machbar.
Wer den Aiport-Shuttlebus (13000 Won) nimmt, sollte an der U-Bahnhaltestelle Korea Univ. aussteigen und darf unter den oben genannten Alternativen auswählen.
Im übrigen empfanden es alle Austauschstudenten als sehr angenehm den Airport Pickup Service in Anspruch zu nehmen. Bis etwa eine Woche [früher ist besser; aber auch Last-Minute wird "akzeptiert"] vor Ankunft beim International Office anrufen/emailen/faxen und ausrichten man möchte vom Flughafen abgeholt werden. Ein Student wartet dann auf einen direkt in der Ankunftshalle und man wird mit dem Taxi direkt zum Wohnheim gefahren. Kostenpunkt: etwa 60000 Won (50 Euro) für die Taxifahrt zum Wohnheim. Auch wenn es nicht gerade super günstig ist, spart man sich so den ersten Stress in Korea und für den Rückflug kann man dann aus den günstigeren Varianten BusShuttle oder U-Bahn wählen.
Kurz vor Beginn des deutschen Sommersemesters und nach den ersten Ausflügen durch das Internet mit der brandneuen 10MBit Standleitung (der einzige wahre Grund warum man in ein Studentenwohnheim einzieht
) kam ich zum ersten Mal mit “Dragostea din tei” in Berührung. Das Lied sprang Anfang Mai 2004 in die Charts und blieb dort für ganze 14 Wochen auf Platz 1 [Wikipedia]. Am Anfang war das Lied ja noch ein Ohrwurm, aber nach 14 Wochen konstanter Beschallung konnte ich es einfach nicht mehr hören. Es ging wohl nicht nur mir alleine so, sondern auch den meisten Single-Käufern im deutschsprachigen Raum (grafische Auswertung).
Nach einer Zwischenstation in Japan, gings über das Internet in die USA. Im Dezember 2004 postete ein gewisser Gary Brolsma sein “Numa Numa” Video über Newgrounds und wurde damit quasi innerhalb von sechs Wochen zur Webberühmtheit. Inzwischen wurde das Video allein über Newgrounds mehr als 10 Millionen Mal heruntergeladen. Eingerechnet die diversen anderen Verteilungsmethoden über YouTube, E-Mail, Usenet, IM, IRC und andere Dienste dürften etwa 20-30 Mio. Viewer realistisch sein. Damit knüpft er wohl nahtlos an die Erfolge des StarWars Kids [Videos - Edit ansehen] an, der es aber im Gegensatz nicht ins Fernsehen (ABC, NBC, VH1) oder in Zeitungen (New York Times, New York Daily News) geschafft hat. [ganze Geschichte hier]
Nun ja, ich war also vor gut einem Monat in der Nähe von Dongdaemun beim Shoppen und was höre ich das aus den Lautsprechern dröhnen. Ist das nicht etwa wieder O-Zone?! Ja. Koreanischer Remix, aber Text und Melodie stimmen überein. Wenig später: Apgujeong, Namedaemun, Lotte Shopping, überall. Das Lied hat die koreanischen Strassen und Kaufhäuser wie im Sturm erobert und nun kann man nicht mal mehr in Ruhe im Bus fahren…
Nachtrag: Ältere Semester mögen sich an Lemon Tree errinert fühlen…