Pakete verschicken…
… genauer: Pakete von Korea nach Deutschland möglichst kostengünstig versenden. Obwohl ich Deutschland mit nur 45kg verlassen habe, musste ich kurz vor meiner Rückkehr fast 60kg per Post zurückschicken. Wie habe ich das angestellt:
1. zur Post gehen und die größten Versandkartons geben lassen; kosten etwa 700 Won pro Stück - also gut 60 Euro-Cent;
2. Paket füllen und wirklich darauf achten, dass man 20kg nicht überschreitet;
3. bei der Post das Paket abliefern; Formulare ausfüllen; und 44000 Won abdrücken;
4. sechs Wochen warten und dann klopft der Postbote an die Tür
a) Die Postbediensteten achten penibel darauf, dass man 20kg nicht überschreitet; sollte man 20kg überschreiten, dann fällt man in die EMS-Klasse, die gleich doppelt oder dreimal so teuer ist;
also lieber zwei normale Pakete versenden als ein EMS-Paket;
b) Sonderpaketgrößen fallen auch in die EMS-Klasse und ebenso teuer; dazu gibt es manchmal Sperrgutaufschläge für Fahrräder o.ä.
c) Man sollte auch ausdrücklich erwähnen, dass man EMS nicht in Anspruch nehmen will sondern das Paket soll ganz langsam per Schiff nach Deutschland;
d) Die Paketpreise sind gestaffelt nach Gewicht: wenn ich mich täusche, dann waren es bis 5kg, bis 7kg, bis 10kg, bis 15kg und bis 20kg;
e) in den Postfilialen hängen oft Poster mit den genauen Preisen (auch in Englisch)
f) im Paket keine zerbrechlichen Gegenstände versenden; nachfolgend einige Bilder, wie mein Paket nach der Ankunft aussah; es kam zwar alles heil an, aber ich habe den Versandkarton innen nochmal mit einer Lage Karton ausgeklebt und mit einer Lage Handtücher versehen;
g) alternativ kann man natürlich immer per Luftpost und versichert verschicken, aber bei 20kg kann man sich schon auf mindestens 100000 Won vorbereiten; interessant wäre es auch, wie teuer FedEx wäre; soviel ich weiß sind ein paar Fillialen in Gangnam-Gu würde aber tippen, dass man dort bei 20kg auch nicht unter 100000 Won bleibt
Halbfinale!!!
Jo… es hat sich mal wieder gelohnt bis 3 Uhr nachts wach zu bleiben
Sieg für Deutschland: Halbfinale… Yeah!
Die olympischen Winterspiele…
… in Turin waren aus koreanischer Sicht ein Erfolg. Platz 6 in der Medaillenwertung (Korea) mit sechs Mal Gold, drei Mal Silber und zweimal Bronze. Schade nur, dass bis auf den dritten Platz im “Speed Skating”, alle Erfolge im “Short Track” erzielt wurden. Wäre doch schön, wenn Korea auch in anderen Disziplinen glänzen könnte. Außerdem wurden während der Spiele vier Weltrekorde und fünf olympische Rekorde von Koreanern aufgestellt. Insgesamt kamen 50 koreanische Teilnehmer nach Turin, darunter auch der erfolgreichste Teilnehmer (Ahn Hyun-Soo) und die erfolgreichste Teilnehmerin (Jin Sun-Yu).
Deutschland kann nach Platz zwei vor vier Jahren wieder den ersten Platz belegen und etwas über die blamable Vorstellung der US-Amerikaner kann man in einem Time-Artikel sehr schön nachlesen
SPAM & Zombies aus Korea
Angesichts der Flut von unerwünschten E-Mails, die mein Postfach erreicht (±30 Mails/Tag), wollte ich mich mal darüber informieren woher denn der ganze Spass kommt. Hier die aktuellsten Informationen aus dem Sophos Security Threat Management Report 2005. Anbei auch einige interessante Zahlen zu Südkorea:
Die Top 3 Länder mit mehr als 61 % Anteil am weltweitem Aufkommen für 2005:
(In Klammer: Positionierung 2004 / Prozentualer Anteil 2004)
Quelle: Sophos Pressemeldung 23. Jan. 2006 / Security Threat Management Report 2005
Insgesamt ist das weltweite Spamaufkommen wieder gestiegen, so dass selbst bei relativer Halbierung der absolute Anteil des Spams aus Südkorea nicht um die Hälfte gesunken ist. Selbst durch die verschärfte Gesetzgebung ist dem nicht beizukommen, wenn man bedenkt, dass ein Großteil der E-Mails von mit Viren infizierten Computern stammt. Nach dem Bericht sind die primären Quellen (> 60%) von SPAM mit Viren befallene Windows-PCs ganz normaler und vor allem naiver Internetbenutzer.
Von besonderem Nachteil in Korea ist dabei die hohe Penetration von Microsoft Windows Betriebssystemen und die aussergewöhnlich hohe Anzahl an Breitbandanschlüssen. Ersteres ist sozusagen der Nährboden für Viren und Würmer, die ein ungeschütztes System infizieren können. Letzteres sorgt dafür, dass ein besonders gutes Ventilationssystem existiert, so dass die Exkremente (z.B. unerwünschte E-Mails) der Viren und Würmer in kurzer Zeit weitergegeben werden können.
Zombies [de/en.wikipedia] sind mit dem Internet verbundene Computer, die unter der Kontrolle eines Crackers stehen. Zombies werden zumeist zu sogenannten Botnetzen [de/en.wikipedia] zusammengeschlossen um dann bspw. den massenhaften Versand von E-Mails zu ermöglichen. Alternative Anwendung finden sie auch bei Distributed-Denial-of-Service (DDOS) Attacken [de/en.wikipedia].
Eine Abschätzung der Anzahl von Zombies im Internet offenbart, dass China und die USA zur Zeit in der ersten Liga spielen. Mit insgesamt rund 25 % Marktanteil bei etwa 4 Millionen neuen Zombies im Monat. Leider nimmt im aktuellen Monat Südkorea mit 485.000 neuen Zombies den dritten Platz (9%) ein und spielt wie Deutschland (Platz 4; 302.000) “nur” in der zweiten Liga.
Wenn man sich die Zahlen ansieht kann man sich kein wirkliches Bild davon machen. 300000 neu- oder wiederinfizierte (durch einen anderen Virus/Wurm) Rechner? Sämtliche Einwohner, egal ob Kleinkind oder Rentner, Mannheims oder Bonns würden einen kompromittierten Rechner verwenden. Beängstigender…? Das bisher größte Botnetz hatte eine Größe von etwa 120000 Rechnern. Insgesamt stand eine Bandbreite von 34Gbps zu Verfügung. Das sind 4,24 Gigabyte pro Sekunde. Eine lokale 80 GB Festplatte wäre in 18 Sekunden vollgeschrieben. Kurz, damit hätte man damals das Netz der Deutschen Telekom ziemlich ins Wanken bringen können. Nach neuesten Meldungen hat das bisher größte Botnet (Okt 2005) gut 1,5 Millionen Rechner. Also eine gut 10x größere Bandbreite…