Randnotiz: Was ist Kulturschock?
Das Bild der W-Kurve gefällt mir deutlich besser, als das typische U… Daher mein Tipp: Enid Kopper, “Was ist Kulturschock und wie gehe ich damit um?” aus “Globalisierung: Von der Vision zur Praxis - Methoden und Ansätze zur Entwicklung interkultureller Kompetenz”.
Einkaufen in Korea
Was mich immer wieder erstaunt, ist die Nachtaktivität der Koreaner: Dieses Foto entstand Sonntag Nacht um 22 Uhr. Kein Scherz… der Supermarkt war gesteckt voll, u.a. auch deshalb, weil es zum Ende der Woche die meisten Angebote gibt
W-LAN in Seoul
Bis Donnerstag war ich bei meiner Oma in 서초동 (Seoul, Seocho-Dong). Da trotz aller Konfigurationsversuche unser chinesischer WLAN-Router mich nicht ins Netz lassen wollte, muss ich nun kabelgebunden ins Internet…
Trotzdem wollte ich mal wissen, wie es sicherheitstechnisch um die WLANs hier in der Umgebung steht:
Die Netzwerksuche meines empfangsschwachen MBP findet allein schon acht Netze: Davon zwei mit WPA-Verschlüsselung, immerhin vier noch mit WEP und zwei komplett unverschlüsselt. Da die beiden unverschlüsselten relativ schwach zu empfangen sind, habe ich bei den anderen sechs versucht die Passwörter zu erraten. Das war leichter als gedacht: Vier der sechs Basisstationen hatten das Default-Passwort nicht geändert… nicht berauschend aus sicherheitstechnischer Sicht
aber auch nicht viel besser als in Dtld.
Zurück in Korea…
Nun hat es mich wieder einmal nach Korea verschlagen… bisschen Urlaub und ein kurzer Sprachkurs.
Zuvor aber noch ein kleines Update dieser Seite, da ich nun alles auf meiner eigenen Domain hosten kann. Wirklich glücklich bin ich mit dem Design nicht, aber es erfüllt seinen Zweck. Ich hoffe, dass ich in Kürze ein paar interessante Themen ausgrabe und euch darüber berichten darf
Korea in weiter Ferne… und die Presseschau
Vor einigen Jahren ist Stefan auf die sehr geniale Idee gekommen, eine koreanische “Blog Presseschau” einzurichten. Für mich persönlich war sie die Anlaufstelle, wenn ich auf der Suche nach interessanten Erzählungen und Berichten über Korea war - also nahezu jeden Tag ![]()
Leider konnte das damalige System kein Hangul, so dass die koreanischen Berichte von Hannes Mosler nicht erschienen. Mit ein wenig Programmieraufwand habe ich das System korrigiert, aber Stefan hat zu dem Zeitpunkt das Original schon abgeschaltet.
Da Korea für mich auf absehbare Zeit in weite Ferne gerückt ist und einige sehr interessante Blogs am Horizont aufgetaucht sind, habe ich die “neue” Korea Presseschau mal wieder auf den letzten Stand gebracht. Wenn ihr gute Blogs rund um Korea kennt, würde ich mich über einen Kommentar oder eine E-Mail (tom[at]hirschvogel[punkt]org) sehr freuen…
PS: Stefan, gibt’s dich noch?
Pakete verschicken…
… genauer: Pakete von Korea nach Deutschland möglichst kostengünstig versenden. Obwohl ich Deutschland mit nur 45kg verlassen habe, musste ich kurz vor meiner Rückkehr fast 60kg per Post zurückschicken. Wie habe ich das angestellt:
1. zur Post gehen und die größten Versandkartons geben lassen; kosten etwa 700 Won pro Stück - also gut 60 Euro-Cent;
2. Paket füllen und wirklich darauf achten, dass man 20kg nicht überschreitet;
3. bei der Post das Paket abliefern; Formulare ausfüllen; und 44000 Won abdrücken;
4. sechs Wochen warten und dann klopft der Postbote an die Tür
a) Die Postbediensteten achten penibel darauf, dass man 20kg nicht überschreitet; sollte man 20kg überschreiten, dann fällt man in die EMS-Klasse, die gleich doppelt oder dreimal so teuer ist;
also lieber zwei normale Pakete versenden als ein EMS-Paket;
b) Sonderpaketgrößen fallen auch in die EMS-Klasse und ebenso teuer; dazu gibt es manchmal Sperrgutaufschläge für Fahrräder o.ä.
c) Man sollte auch ausdrücklich erwähnen, dass man EMS nicht in Anspruch nehmen will sondern das Paket soll ganz langsam per Schiff nach Deutschland;
d) Die Paketpreise sind gestaffelt nach Gewicht: wenn ich mich täusche, dann waren es bis 5kg, bis 7kg, bis 10kg, bis 15kg und bis 20kg;
e) in den Postfilialen hängen oft Poster mit den genauen Preisen (auch in Englisch)
f) im Paket keine zerbrechlichen Gegenstände versenden; nachfolgend einige Bilder, wie mein Paket nach der Ankunft aussah; es kam zwar alles heil an, aber ich habe den Versandkarton innen nochmal mit einer Lage Karton ausgeklebt und mit einer Lage Handtücher versehen;
g) alternativ kann man natürlich immer per Luftpost und versichert verschicken, aber bei 20kg kann man sich schon auf mindestens 100000 Won vorbereiten; interessant wäre es auch, wie teuer FedEx wäre; soviel ich weiß sind ein paar Fillialen in Gangnam-Gu würde aber tippen, dass man dort bei 20kg auch nicht unter 100000 Won bleibt
Elektronikausrüstung
Mal ein kurzes Wort zum Einkauf von Elektronikequipment in Korea. Ich habe bisher nicht sonderlich viel gekauft, weil ich eher dazu tendiere Geräte mit Garantie zu kaufen (hat sich bei mir fast immer bewährt).
Bisher gekaufte Elektronik:
- CompactFlash Karte: Transcend
- USB Stick: 512MB
- DVD Brenner: Benq DW1650
- ein USB-Gehäuse: Noname
- externe Festplatte inkl. FW/USB Gehäuse: Samsung
- Objektiv: Canon EF 50mm 1.8 II
Den Anfang hat eine CF-Karte in Yongsan gemacht. Dabei sollte ich wirklich vor der iPark Mall in Yongsan warnen: Das ist der Hochglanzschuppen, in den man gelangt, wenn man über das Zugterminal die U-Bahn-Station verlässt. Die Standmieten sind dort wohl so hoch, dass man zwangsläufig ein kleines Aufgeld zahlen muss und (fast) nie den günstigsten Preis bekommt.
Außerdem sind Verkäufer da drin ziemlich aufdringlich - sobald man das Erdgeschoss betritt wird man massiv umworben: “MP3?! Digital Kamera?! USB?!”. Wenn man ohne genaue Preisvorstellung und limitiertem Budget kommt, wird man ausgenommen wie eine Weihnachtsgans. Die Verkäufer gehen meist davon aus, dass man gar keine Ahnung hat und drehen einem das Vorjahresmodell zur damaligen Hersteller-Preisempfehlung an. Dazu zücken sie dann noch ein Preisschild, auf dem ein grandios überhöhter Fantasiepreis steht, den der Verkäufer gleich mal um 25% unterbietet. Es scheint alles im Ausverkauf zu sein: “Sale! Sale! Sale imnida!”
Passiert ist das kurz vor Weihnachten, als ich mich nach einer neuen Digicam umgesehen habe. Das angepriesene Modell war eine Samsung Digimax 530 für etwa 500000 Won. Mal davon abgesehen, dass ich im Moment kein Fan von Samsung Kameras bin…
Einziges echtes Schnäppchen war seinerzeit mein USB-Stick, den ich nach harten Verhandlungen zum “Internetpreis” bekommen habe. Also Versandkosten gespart. Reingefallen bin ich hingegen bei meiner ersten CF-Karte die ich dort gekauft habe… gleich mal 20000 Won (20%) zu viel ausgegeben.
Trotz der schlechten Erfahrungen hab ich mich für mein Objektiv nochmals dorthin gewagt. Ich wollte die internationale Canon-Garantie und war auch bereit ein paar Won mehr auszugeben. Also ab zu den ersten Ständen: 130000 Won, 140000 Won. Dazu eine Gegenlichtblende, die überhaupt nicht zum Objektiv gepasst hat (zwei Zentimeter zu lang). Ich hatte das Gefühl, dass es nur ums Kasse machen ging - egal um welchen Preis. Letztendlich bin ich dann beim Canon Reseller gelandet (Erdgeschloss, nach dem Eingang links). Nach hartem Ringen hatte ich ihn dann auf dem deutschen Preis für das Objektiv samt Gegenlichtblende und Garantie. Die Verhandlungen sind sehr zäh und nach 15 Minuten bin ich dazu gekommen.
Ein Blick bei Naver hat mich dann folgerichtig bestraft. Das gleiche Angebot bei G-Market war etwa 10% (10000 Won) niedriger. Außerdem hat der Verkäufer “vergessen” (ich unterstelle ihm hier mal Absicht, denn ohne Stempel gibt es keine Garantie) den Händlerstempel auf die Garantiekarte zu pressen. Erst nach Aufforderung geschah dies - Rechnung gab es übrigens auch keine.
Wenn man in Korea Elektronik einkauft sollte man sich exakt vorab im Internet informieren. Naver Shopping ist da wirklich eine super Anlaufstelle. Selbst wenn man des koreanischen nicht mächtig ist, kann man zumindest die Produktbezeichnung eingeben und auf ein paar Bildchen klicken. Zweitens, Touristenfallen wie die iPark Mall weiträumig umgehen und eher schäbige “Verkaufshallen” aufsuchen.
Naver Shopping
In das Eingabefeld die Produktbezeichnung und dann auf
![]()
Die drei Bilder auf der rechten Seite sind eine Schritt-für-Schritt-Anleitung für die Naver-Produktsuche.
Für günstigere Preise sollte man das Viertel hinter der iParkMall aufsuchen - ist am besten über die U-Bahn-Station Shin-Yongsan zu erreichen. Man kommt dort mit der Sorte Mensch in Kontakt, die man wohl als “Nerd” bezeichnen kann: Schlanke und blasse Menschen im Alter von 20 bis 30. Dazu schleppen sie irgendwelche Kartons mit Computerequipment herum. Ein Signal, dass man sich an der richtigen Stelle befindet
Je nachdem was man braucht, existieren dort verschiedene Gebäude mit Hunderten von Ständen, die im Endeffekt immer das Gleiche verkaufen. Man sucht dort einen beliebigen Verkäufer auf, gibt ein um 10% unter dem Internetpreis liegendes Angebot ab und lässt sich dann auf die Verhandlungen ein. Je nach echtem Einkaufspreis kann man gute Schnäppchen machen. Beispielsweise mein Brenner und das zugehörige Gehäuse. Bei Gehäusen ist etwas Gefühl angesagt, da man immer das jeweilige NoName Modell des Verkäufers bekommt. Nicht das sich die schwer erhandelten Preisvorteile durch weitere Zukäufe (Kabel, Gehäuse, …) in Luft auflösen.
ist übrigens das Paradies für alle, die sich eine Digicam zulegen möchten. Es gibt hier so ziemlich alles, angefangen bei Kartenlesern bis hin zu Mittelformatkameras. Ein heisser Tipp für Reimporte: CanCamera.co.kr. Es sind i.d.R. zwei Verkäufer in diesem Miniladen. Einer, der ok ist und der andere handelt jeden Preis raus…
Im großen und ganzen bekommt man Geräte mit Garantie kaum zu einem Preis unter deutschen Level. Vor allem Importprodukte sind genauso teuer. Außerdem hat man in Deutschland eine zweijährige Händlergewährleistung (ok, mit Beweislastumkehr nach 6 Monaten). In Korea gibt’s oft nur eine einjährige Garantie. Ich möchte denjenigen sehen, der seine teure DSLR für eine Reparatur von Deutschland nach Korea schickt…
Markenprodukte (vor allem von Apple) sind nur bei günstigen Wechselkursen etwas billiger zu erwerben. Also ein billiger Mac ist nicht drin. Die 1-3 Prozent Ersparnis sind in ein paar Becher Eis bei Baskin Robbins besser angelegt.
Möchte man Grau- oder Reimporte oder Produkte ohne Garantie, ist man in Korea fast immer besser beraten. Außerdem kann man die Produkte oft testen und sich aus erster Hand ansehen. Das hat den Vorteil, dass man nicht wie bei eBay die Katze (oder eben einen Ziegelstein ^^) im Sack kauft. Eine nette Geste bei “Graumarktgeräten” sind Extras wie kostenlose Gegenlichtblende, Tasche und Filter (bei Digicams). Dabei handelt es sich aber nur um günstige Replika von Originalen. Meist tun die es genauso aber tiefere Kenntnisse mit der Materie sind von Vorteil. Bei gebrauchten Geräten sollte man mindestens die gleiche Vorsicht walten lassen wie in Deutschland auch.
Kurze Übersicht über häufig gekaufte Produkte:
– Produktname — Preis in Deutschland — Preis in Korea (in EUR) — Preis in Korea (in WON)
– LG X-TICK Mirror 1G — 22,50 (Promarkt) — 25,84 — 32000
– Canon EOS 30D Kit — 1180 (redcoon) — 1380 - 1710000
– Canon EF50 F1.8 II - 93 (Promarkt) — 71 - 88000
– Samsung SH-W162C - 39 (NordPC) — 34 — 42500
– SanDisk CompactFlash Ultra II 2GB — 65 (Temeon) — 54 — 67500
– iPod nano - 215 (amazon.de) — 195 — 235000 (Deutschland teurer geworden dank Urheberrechtsabgabe)
Love Motels oder eine Nacht im “Hilton”
Mal ein etwas anderes Thema: Was macht ein junges koreanisches Pärchen, nehmen wir mal an sie sind im ersten oder zweiten Unijahr, schwer verliebt, wenn sie sich mehr als nur Händchen halten möchten?
Erster Gedanke: Sie übernachten zusammen im Wohnheim… — falsch gedacht. In koreanischen Wohnheimen existiert eine strikte Geschlechtertrennung und wer sich nicht daran hält muss sich eine andere Unterkunft suchen. Auch zwangsweise wie einige ausländische Studenten erfahren mussten, die aus dem Wohnheim geflogen sind… (Weshalb? Videoüberwachung ist kein Fremdwort und Wächter, die eben die digitalen Aufzeichnungen durchschauen)
Zweiter Gedanke: Na dann übernachten sie halt zuhause… — uh, absolutes No-Go. Wer seine Freundin der Familie vorstellt, der gibt zu, dass es was ernstes und/oder längerfristiges ist (Ehe zumeist inklusive). Außerdem darf das Paar auf keinen Fall alleine in einem (evtl. abgeschlossenem) Zimmer übernachten. Wohl denjenigen, der alleine wohnen darf.
Dies ist aber in Seoul ein mittelschweres Unterfangen. An erster Stelle steht da natürlich der Kostenfaktor. Wer zahlt schon gerne 400 Euro monatlich aufwärts für eine (im wörtlichen Sinn) Bruchbude in der Nähe der Uni? An zweiter Stelle steht da natürlich der Geschwisterfaktor. Hat man einen älteren Bruder / Schwester, deren Pflicht es ist die UntergebenenGeschwister zu beschützen vor Unheil zu bewahren, kann man es sich gleich abschminken eine(n) Freund(in) mitzubringen. Sind diese beiden Hürden genommen muss man immer noch die Eltern überzeugen, dass man fähig ist alleine zu leben. Hinweise wie “Du bist doch erst 21. Wie möchtest du denn dein Essen selbst kochen?” fänden viele europäische Studenten sehr witzig, aber für einige Koreaner ist das noch harter Alltag!
Das Glück sei mit dem, der eine sehr westlich orientierte Familie hat, die einem mehr Freiheiten einräumt als sie sich ein Durchschnittskoreaner erträumen könnte.
Dritter Gedanke: Nimm ein Hotel. Bingo! Diese kleinen Motels oder Herbergen (여관) sammeln sich in der Nähe von größeren Unis, alternativ in der Nähe von Vergnügungsvierteln (Gangnam, Sincheon) oder in der Nähe von bekannten Einkaufsvierteln (Myongdong, Dongdaemun). Als kleines Zuckerl lässt man sich dann auch noch eine Ausrede1 einfallen um die Eltern oder Geschwister zu überzeugen, dass man nix schlechtes im Sinn hat…
Preis.
Anam ist günstiger als Chonggu und Sinchon ist günstiger als Gangnam. Je nach Stadtteil muss man unterschiedlich hohe Preise bezahlen, wobei natürlich die upscale Wohn- und Partyviertel wesentlich teurer sind als zweitrangige Locations. Beispielrechung: In Gangnam kostet das Love-Motel im Schnitt 40.000 Won (33 Euro) mit Ausreissern bis 60.000 Won (50 Euro) pro Nacht. Unter 40.000 findet man nichts, bzw. man wird mit dem Kommentar abgespeist: “Hier in Gangnam kosten alle mindestens 40.000″. In Anam (Korea University) beginnt die Nacht bei 20.000 (16 Euro) unter einem Dach, wobei die meisten 25000 Won (20 Euro) verlangen. Ein Motel will 30.000 Won (25 Euro) bietet dafür aber auch gehobenen Komfort. Mal ganz davon abgesehen, dass sich das ganz schön läppern kann, wenn man einmal pro Woche “aus-schläft”
Die Besitzer verdienen sich daran übrigens ne goldene Nase… Umgerechnet 15000 Euro Umsatz macht ein kleines Motel pro Monat (in der Nähe von Anam). Abzüglich aller Kosten bleiben da sicherlich mehr als 10000 Euro hängen (meine Schätzung, vorausgesetzt dem Besitzer gehört das Gebäude)
Ausstattung.
Für gewöhnlich erhält man ein Zimmer mit einem Bett, einem Fernseher, einen Kühlschrank mit zwei Getränken, zwei Gläsern und Wasser. An das Zimmer grenzt ein privates Bad mit WC. Man kann also die Nacht ganz alleine verbringen ohne das Zimmer zu verlassen. Die Größe des Zimmers korelliert mit dem Preis.
Für 20000 Won bekommt man grob 8qm einschließlich WC, Bad und Bett.
Man kann sich das in etwa so vorstellen wie ein Zimmer, dass von einem Bett ausgefüllt wird und links wie auch vorne hat man gerade soviel Platz um sich umzudrehen. Unter Klaustrophobie wie auch einem ausgeprägten Sauberkeitswahn darf man nicht leiden. Im Bad sammelt sich in den Ecken und Fugen schon mal Schimmel, sonstige Rückstände der vorherigen Benutzer sind aber nicht sichtbar. Vermuten würde ich sie aber mal - nur vorsichtshalber. Sonst ist das Zimmer aber sauber. Nicht-Raucher werden gelegentlich ihre Probleme haben, wenn sie den Dunst ihrer Vorgänger noch in der Nase haben… Nebenstehender Grundrissplan zeigt die knappen Raumverhältnisse.
In der “25000 Won”-Klasse wird es etwas besser. Die Zimmer sind größer, der Fernseher ebenso (von 21″ auf 33″). Der Geruch bleibt und gereinigt wird nur marginal besser.
Ab 30000 Won werden die Zimmer signifikant größer und der allgemeine Raumzustand ist deutlich besser. Man kann sich auf ein Motel mit mittlerer Ausstattung gefasst machen. Die Getränke sind schmackhafter (nicht das eklige “Fiber”), man bekommt nun originalverschlossenes Wasser, vier statt zwei Handtücher und ein sauberes Bad. Aus dem Grund lautet meine Empfehlung fast immer “Motel” außer man ist knapp bei Kasse. Dazu oft Instant-Kaffee, das Bad hat nicht nur Schampoo und herkömmliche Seife sondern auch “Bodysoap” und Haarspülung!
Über 40000 Won sind die Unterschiede nur noch marginal. Aufzug statt Treppe; internetfähiger Computer; Duschbrause mit Massagefunktion…
Mein Favorit…
… ist das Hilton Motel in Anam. Sauber, aufgeräumt, nette Rezeption, vier Getränke im Kühlschrank, Instant-Kaffee, internetfähiger Computer, Klimaanlage und Ventilator. Für unschlagbare 30000 Won. Ein Schnäppchen für den gebotenen Service.
Das Hotel ist übrigens nicht in der bekannten Hilton Hotel Gruppe
Alle Bilder (nicht der Grundrissplan) wurden in diesem Motel fotografiert. Wie kommt man zu diesem netten Motel? Ab Korea University Haupttor: Die Strasse überqueren und nach rechts Richtung Anam Station gehen. Nur wenige Meter weiter sollte man das obige Schildchen entdecken. Links in die Seitenstraße hinein und vor einem befindet sich zur linken Hand das “Hilton”. Das letzte Bild zu diesem Beitrag zeigt das Schild und die Seitenstraße - links hinten, wo der grüne Bus gerade vorbei fährt befindet sich das Haupttor.
Neben oben geschilderter Verwendungsmöglichkeit existieren natürlich auch noch weitere. Hier nur ein kurzer Auszug: Günstige Übernachtungsmöglichkeit, falls man auf Reisen ist; Schlafstätte, wenn man nicht mehr nach Hause gehen kann oder die letzte U-Bahn verpasst hat; Ort, an dem man mit seinen Freunden die ganze Nacht trinken und feiern kann ohne dann aufzuräumen;
Ganz einfach man hält Ausschau nach diesem Zeichen in Kombination mit folgenden zwei koreanischer Wörtern. Bei Nacht sind die Gebäude oft mit Neonlichtketten geschmückt und die großformatigen Schilder über den Eingängen kann man kaum übersehen.
[1] Das menschliche Gehirn neigt oft zu fantastischen Leistungen wenn es um Sex geht… das sollte man sich erst mal vor Augen halten: Keine billigen Ausreden wie “Mammmmmi, wir gehen heute einen trinken. Ich komm morgen.” Nein, da wird mittels CD das Hintergrundgeräusch einer Bar imitiert und man spricht in angetrunkener Stimme: “Zuviel Alkohol - schlafe bei {Name der besten Freundin}” oder “{Zweitbeste Freundin} und wir gehen in die 24h Sauna, weil letzte U-Bahn verpasst”.
[*] Entschuldigt die Ironie, die in diesem Artikel stellenweise das Licht erblickt, aber ich finde die Art und Weise wie die koreanische Gesellschaft, vor allem die älteren Generationen, mit diesem Thema umgehen höchst amüsant.
Neues Feature
Ich bin zwar regelmässiger Leser von Stefans Blog Presseschau - zumindest um die essentiellen Blogeinträge
nicht zu verpassen, aber ich habe mir für private Zwecke eine eigene Linkliste gebaut. Diese zeigt nicht nur den Namen und den Link an, sondern enthält auch zwei zusätzliche Infos, die ich sehr hilfreich finde: Zeitpunkt und Titel des letzten Beitrags. Sortiert werden die Einträge nach Kategorien und letztem Post.
Pure Link-Zusammenstellungen (siehe [nuku],[banoffeepie],[meet-korea]) waren mir immer zu mühsam durch zu klicken, denn da sieht man nie, welcher Blog noch aktuell ist. Damit auch andere dieses Feature nutzen können, hab ich’s gestern noch etwas optimiert und veröffentlicht. Viel Spass damit…
PS: Mach mit beim K-Blog badging
Mitmachen können alle, die ein Blog rund um Korea führen. Einfach folgendes Badge ins Blog einbauen [Code ist auf der Bloglinks Seite]:
“Bus Uncles”
Ich habe mir vorgenommen keine Inhalte fremder Blogs zu zitieren ohne zumindest einen wesentlichen Teil des Blogeintrags selbst zu schreiben. Trotzdem konnte ich diesmal nicht wiederstehen:
YouTube erweist sich als nicht versiegen wollender Quell voller Kuriositäten und Absurditäten aus Medien wie Alltag. Und so lernen wir heute, was passiert wenn wir jemanden bitten in öffentlichen Nahverkerhsmitteln doch etwas leiser am Mobiltelefon zu sprechen. Der Film zeigt einen kauzigen alten Mann, der einen jüngeren beschimpft, weil dieser ihn bei seinem Telefonat unterbrochen hat und dabei auch dessen Mutter nicht aus seiner Schimpftriade ausnimmt. Viel Spaß mit dem Hong Kong Bus Uncle.
[via Lost in Asia]
Das war nun der chinesische “Bus Uncle”. Es trifft sich, dass ich gerade Emotional Intelligence (Daniel Goleman) lese. Das Buch ist bis Seite 901 ganz nett2. Dazu aus dem Kapitel “Passion’s Slaves” folgende Zitate:
Given the roots of anger in the fight wing of the fight-or-flight response, it is no surprise that a universal trigger for anger is the sense of being endangered. Endangerment can be signaled not just by an outright physical threat but also, as is more often the base, by a symbolic threat to self-esteem or dignity [...] (page 67, first paragraph)
Zillman sees escalating anger as “a sequence of provocations, each triggering an excitatory reaction that dissipates slowly.” [...] (Each) wave rides the tails of those before, quickly escalating the body’s level of physiological arousal [...] (page 68)
Die Aussage des “Bus uncle” in einem Interview:
I was depressed that night. I was worried that my girlfriend would leave me. I wanted to kill myself. Whenever I am unhappy, I would call the Samaritans to talk to them in order to reduce the stress. But while I was talking, the passenger behind me tapped my shoulder to tell me not to talk!
Mehr zum Video: http://www.zonaeuropa.com/20060524_1.htm
Bekanntlich beschränken sich Phänomene wie das obige Video nicht nur auf ein Land oder einen Kontinent. Folgendes deutlich brutaleres Video aus Korea:
Soweit ich das aus den Untertiteln herauslesen kann (das Gesprochene ist für mich akustisch unverständlich) geschah der Vorfall am 30.4.2004 in Gwangju. Aus den Untertiteln kann ich nur folgendes herauslesen: “Der (Auto-)Fahrer ist betrunken.” “Er soll nach rechts abbiegen.” ???
Ein Kommentar zum Video bei Metacafe:
It’s in korea. the guy asked the driver to drop him outside his house. The driver replied “if you tell me where it is?” the guy just used a lot of profanities after that. The guy was found guilty and fined 6000 won [ us$50]
[1] Seite 90 … soweit habe ich es bis jetzt gelesen.
[2] Mal davon abgesehen, dass
a) Meinungen oft sehr einseitig wiedergegeben werden
b) das Buch langweilig werden kann, wenn man schon einmal an der Uni Neurobiologie belegt hat
c) (meist anatomische oder chemische) Zusammenhänge stark vereinfacht.
Zugegeben alles Punkte, welchen man sich als populärwissenschaftlicher Autor wohl beugen muss, um erfolgreich zu sein (NY Times Bestseller)
Nachtrag: Interactive Multitouch Surface
Hier die Bilder aus der COEX Mall…
So siehts auf dem Boden aus… Rechtes Bild: Das Kind staut die Autos auf, die sonst auf der kleinen Rennstrecke im Kreis fahren würden.
Das hängt an der Decke…
… und das Innenleben mit Kamera, Beamer und Spiegel.
Wetter
Foto geschossen an der U-Bahnhaltestelle Gangbyeon.
Lieber Regen,
ich wünsche mir, dass es endlich aufhört… Seit mehr als einem Monat fallen jeden Tag mehrere Lastwagenladungen voll Wasser auf unser Dach. Wenn ich das Haus verlasse, bin ich innerhalb von Minuten von oben bis unten durchnässt. Wenn ich in einer der kurzen Regenpausen das Haus verlasse, bin ich trotzdem sofort durchnässt, denn die hohe Luftfeuchtigkeit lässt meine Schweißdrüsen ein sonderliches Sekret produzieren. Darüber hinaus kostet mich das ganze auch noch sehr viel Geld. Mein eh schon schwaches Gedächtnis lässt mich aufgrund der anhaltenden Schwüle im Stich, wenn es darum geht meinen Regenschirm aus diversen Lokalitäten mitzunehmen. Folglich darf ich entweder am nächsten Tag einen neuen Regenschirm kaufen und den Weg von der U-Bahn-Station bis zum Haus mit dem Taxi zurücklegen.
So oder so ähnlich hätte meine Bitte an einen Regengott gelautet. Pünktlich mit der Ankunft von Gitte ist der Spuk aber vorbei und wir dürfen uns über konstant über 30°C erfreuen und im Moment 89% Luftfeuchtigkeit … das dürfte die gefühlte Temperatur wohl nochmal um gut 5-6 Grad erhöhen. Glücklich sei der, dem man eine Klimaanlage zugestanden hat.
Sorry für die z.T. total verrauschten Fotos, aber mehr konnte man bei den Lichtverhältnissenaus der fahrenden U-Bahn nicht herausholen.
Bild links oben zeigt in etwa die wahren Lichtverhältnisse; Folgebilder hab ich durch Veränderung der Belichtungszeit und des Weißabgleichs an der Kamera etwas “modifziert” . Fotos gemacht am 28.7.06 um etwa 13 Uhr zwischen 강변 und 성내 (U-Bahn Linie 2).
FTA Proteste in Seoul
Die Fotos entstanden auf meiner Fahrt zum Flughafen. Befand mich zu dem Zeitpunkt (12.07.2006) auf einer Brücke in der Nähe von Seoul Station und Namdaemun.
Weitere Infos zu den Protesten unter Korea Times (FTA) oder OhmyNews. Ein weiteres Bild.
Einstufungstest in Koreanisch
Nachdem nuku kurz über den Einstufungstest an der Yonsei berichtet hat, gebe ich kurz die Situation an der KU wieder:
Soweit ich mich erinnern kann, war am ersten Tag der Orientierungswoche der Korean Placement Test. Am Morgen wurden wir erstmal mit all den Formalitäten (Rede, Vorstellung) in großer Runde begrüßt. Im Anschluss ging es auf zur “Campus Tour” und folgend die “IT Session”. So gegen 5 Uhr versammelt man sich dann im International Studies Building um die Prüfung abzulegen. Wer keine Kenntnisse hat und in Beginner 1 wollte, durfte ein leeres Blatt abgeben. Alle anderen traten mehr oder weniger unvorbereitet an…
Ich hoffe mal, dass ich die koreanischen Grammatikstrukturen richtig benannt habe. Wenn ich etwas falsch sein sollte, dann bitte ich darum dies in den Kommentaren zu erwähnen.
Jeder Kurs baut auf den Vorhergehenden auf und zusätzlich sollte man die Vokabeln aus den Kursen “Colloquial Korean”, “Colloquial Korean Reading” oder “Colloquial Korean Writing” beherrschen.
Beginner 1: keine Kenntnisse im Koreanischen
Kursinhalt sind die Hangul Zeichen, die ersten zehn Lektionen des (aufs wesentliche reduzierten) Buchs 한국어회화 1. Grammatik: grundlegende Vokabeln / Grammatik: Die Höflichkeitsform ~아/어요, diverse Partikel wie ~도/만, Objekt-Postposition 을/를, Possesiv-Postposition 의, Satzkonjunktionen wie (하)~고, lokative / direktionale Postpositionen 에서/에/로, Verneinung mit 안, Vergangenheit ~았/었어요, Fragewörter, Zeitangaben, Subjektpostposition ~이/가, ㅂ니다/습니다 Höflichkeitsstufe…
Beginner 2: Mindestkenntnisse aus Beginner 1
Vertiefte Grammatik und zweiter Teil des 한국어회화 1 Buchs: Lektionen 11-20. Grammatik: Zahlen sowohl chinesisch als auch koreanisch, 는데요 als Höflichkeitsform, ~을래요, ~고싶다, ~지 마세요, ~을거예요 (Futur), Verb + 게, Verlaufsform, Bedingungssätze 면, “versuchen” 보다, ~기 싫다, Höflichkeitsform ~시~, ~면서, 밖에, Verneinung 지 않다, kausale und konsekutive Satzverbindungen wie 기 때문에 oder ~아/어서, 같다, Futurinfix ~겠~ und vieles mehr;
Intermediate 1: im Mittel etwa ein Jahr Koreanisch im Ausland gelernt
Hier wird man regelrecht mit Grammatik bombadiert; in der Regel werden innerhalb von 75 Minuten 2-3 verschiedene Grammatikformen besprochen und/oder wiederholt. Sämtliche Formen hier aufzuzählen spare ich mir mal; zugrunde gelegtes Buch ist 한국어회화 2, Lektionen 1 bis etwa 15. In den Sommer- bzw. Winterkursen werden die Lektionen 15-20 behandelt, so dass man im nächsten Semester mit Intermediate 2 anfangen kann. Außerdem nimmt in den Colloquial Kursen der Wortschatz fast exponentiell zu, so dass man wirklich täglich Vokabeln lernen muss.
Intermediate 2: im Mittel etwa zwei Jahre Koreanisch im Ausland gelernt;
Da ich die folgenden Kurse nicht belegt habe, kann ich dazu nicht viel sagen. Ich gehe aber davon aus, dass ab Intermediate 1 jeweils ein Buch pro Stufe verwendet wird - hier 한국어회화 3 für Intermediate 2.
Advanced 1 und Advanced 2: ausgehend von den Beobachtungen, wer denn solche Kurse besucht, sollte man mündlich wie auch schriftlich seinen Stil soweit gefestigt haben, dass man alle Punkte die man “rüberbringen” will auch flüssig formulieren kann. Zusätzlich werden die ersten Hanja ab Advanced 1 unterrichtet.
Hinweis: Wer an der KU darüber nachdenkt ernsthaft koreanisch zu lernen sollte mindestens das Level Intermediate 1 besuchen. Alles davor ist für ein Semester gesehen ziemliche Zeitverschwendung. Ohne ausreichende Koreanisch-Kenntnisse in das Intermediate Level zu wechseln ist übrigens genauso wenig ratsam. Mehr zu den Kursen selbst, in einem extra Post.
In den Hauptkursen wird hauptsächlich Grammatik beigebracht und ein wenig Wortschatz. Die Begleitkurse “Reading”, “Writing” und “Colloquial” dienen dem Wortschatzaufbau, wobei gelegentlich auch Grammatik gemacht wird. Die ersten beiden Kurse erklären sich von selbst, in Colloquial wird bunt gemixt: man darf Aufsätze schreiben, längere Texte lesen, Sprachübungen machen und Spiele spielen
Beginner 1:
- Korean Beginner 1
- Korean Colloquial Beginner 1
Beginner 2:
- Korean Beginner 2
- Korean Colloquial Beginner 2
Intermediate 1:
- Korean Intermediate 1
- Korean Writing Intermediate 1
- Korean Reading Intermediate 1
Intermediate 2:
- Korean Intermediate 2
- Korean Writing Intermediate 2
- Korean Reading Intermediate 2
Advanced 1:
- Korean Advanced 1
- Korean Writing Advanced 1
- Korean Reading Advanced 1
Advanced 2:
- Korean Advanced 2
- Korean Writing Advanced 2
- Korean Reading Advanced 2
Zuerst erhält man ein fast leeres Blatt, mit dem Hinweis einen Text (한글) zu schreiben in dem man sich selbst vorstellt (자기 소개). Für die Grundstufe wird dabei erwartet, dass man sich selbst vorstellt mit Alter, welche Uni man besucht, den Namen und Anzahl der Geschwister, Beruf von Mutter und Vater, usw. Je umfangreicher, desto besser. Wer gar keine oder nur sehr wenig Koreanisch schreiben kann, dem wird geraten soviel zu schreiben wie ihm/ihr möglich ist. Natürlich sollte man möglichst sein ganzes Wissen, vor allem im Hinblick auf Grammatikstrukturen, anwenden, denn nur so sehen die Prüfer was man kann (der schriftliche Test ist wohl ausschlaggebend in welchen “Hauptkurs” man kommt).
Nachdem man alles geschrieben hat was einem so einfällt (oder eben das Blatt voll ist), wird man zum Gespräch eingeladen. Das Gespräch dreht sich anfangs darum, was man in seinem Text geschrieben hat. Bekommt man gar kein Wort raus, so wird gefragt, wie viele Personen in der Familie sind. Alle folgenden Fragen hängen nun vom Level des Sprechers ab. Ich wurde über das Wetter und das Leben in meiner Heimatstadt befragt. Dabei sollte ich auf die Jahreszeiten eingehen und das Hobby, das ich in den jeweiligen Jahreszeiten ausübe. Ich hatte insgesamt das Gefühl, das mit einer Frage immer der mündliche Teil der jeweiligen Stufe gefragt wurde. Wenn das so ist, dann können auch folgende Themen besprochen werden: Bestellung in einem Restaurant, Telefongespräche, …
Zwei Tage nach dem Test kann man dann sein Ergebnis vor dem Intl. Office einsehen. Dabei ist das Level getrennt vom Grammatiklevel. Es kann also vorkommen, dass man Korean Reading Intermediate 2 besucht, aber nur Korean [Grammer] Intermediate 1.