Hidden Distance
Streifzüge durchs Leben kurz notiert...
Ursprünglich eingerichtet für einen Auslandsaufenthalt in Korea, ist diese Seite nun zu meinem erweiterten „Gedächtnis” geworden, welches alle Informationen speichert, die ich interessant finde.
27. November 2005

Essen

Frühstück

Also was gibt es bei mir morgens mittags und abends zu essen?! Das Frühstück lass ich meistens ausfallen, wie eigentlich in Deutschland auch. Muss ich aber trotzdem mal früh an die Uni, dann gibt?s Continental Breakfast. Das besteht zumeist aus einer Schüssel Cornflakes als Vorspeise, anschließend eine Scheibe Toast mit Marmelade und dann ein Teller mit Würstchen / Speck, Eiern, Reis und diversen anderen warmen Beilagen. Abgerundet wird das ganze dann noch mit Früchten. Ich wähle dabei meistens zwischen Äpfeln, Kiwi, Trauben, Melonen und Bananen aus. Dazu trinke ich gerne grünen Tee und ein Glas Fruchtsaft. Leider hat das Frühstück in letzter Zeit qualitativ stark abgenommen. Anfangs wurden wir noch durch leckere Honigmelonen und Scampi verwöhnt. Inzwischen ist es ?nur? noch englischer Speck und Trauben. Mich würde das ja nicht stören, wenn der Preis zeitgleich auch proportional gesenkt worden wäre… In der Ferienzeit zahlten wir nur 3500 Won (2,70 Euro) pro Essen, jetzt sind es 4500 Won (3,50 Euro). Verglichen mit dem anderen Essen, das man in der Nähe der Uni kaufen kann trotzdem noch teuer.

Mittagessen

Da ich mittags immer ne Pause habe, kann ich mit einigen Freunden zum essen gehen. Bevorzugt gibt?s irgendwas günstiges, wie zum Beispiel Manduguk oder ähnliches. Das Konzept ist dabei fast immer gleich: In der Mitte des Tisches steht die Hauptspeise und außen herum einige kleine Tellerchen mit Beilagen. Ich fange mal mit den Beilagen an. Häufig sind das scharfe oder würzige Speisen wie zum Beispiel Kimchi. Kimchi existiert wohl in einigen 100 verschiedenen Sorten, von eingelegten Blättern, bis hin zum bekannten Chinakohl-Kimchi. Daneben viel eingelegtes Gemüse und andere Schälchen mit Soßen oder Gewürzen.
Zu meinen Lieblingsspeisen gehören Sangyeopsal, Galbi, Bulgogi, Kalguksu, ShabuShabu. Leider sind die allesamt nicht ganz so billig und ein ganzes ?Mittagsmenü? schlägt oft mit etwa 5000 - 7000 Won (4,00 - 5,50 Euro) zu Buche. Viel günstiger ist es, wenn man wie oben beschrieben Manduguk oder andere suppenähnliche Gerichte bestellt. Da isst man, wenn drei oder vier Freunde mitgehen, selten über 4000 Won (3 Euro). Ungewohnt, wenngleich nicht unangenehm: Es gibt immer kostenlos Wasser dazu und gelegentlich bekommt auch Sprite oder Cola kostenlos dazu. Die Rolle Toilettenpapier am Tisch sehe ich immer seltener, bis jetzt nur zweimal. Stattdessen stehen kleine Behälter am Tisch, in denen Servietten zum herausziehen drin sind.
Essen gehen zählt in Korea zu den wohl wichtigsten Gemeinschaftsveranstaltungen und es gilt generell als unhöflich, wenn man nach einem Treffen nicht zum gemeinsamen Essen erscheint. Da ich sowieso gerne gut esse, ist das ja kein Problem für mich :-)

Abendessen

Abends geht’s entweder erneut mit einigen Leuten zum essen, oder ich besorge mir auf dem Weg einen Snack, wenn ich abends beschäftigt bin. Der beliebteste Snack ist Kimbap. Das ist in Seetang gerollter Reis mit Fleisch und Ei. Je nach Auswahl, kann man sich in den Reis noch weitere Sachen einrollen lassen (mein persönlicher Favorit ist Thunfisch). Andere Snacks sind Toast (Isaac - zwei Toasthälften, mit süßer Sauce und wahlweise belegt), Burger (ähnlich wie bei McDonalds, nur dass das Fleisch zehnmal besser schmeckt und viel mehr frischer Salat drauf kommt; die zwei Saucen schmecken auch besser und man wird satt) oder koreanisches FastFood. Der Preis dafür liegt bei etwa 1000 Won (0,80 Euro).

Würzig scharf…

Anfangs hatte ich doch einige Probleme mit dem zum Teil sehr scharfen Essen. Aber mit der Zeit reagieren die Geschmacksnerven nicht mehr auf den Reiz und man stumpft natürlich ab. Das Schlüsselereignis war bei mir Bultag (scharfes Hähnchen). Das hat bei mir endgültig alle übrig gebliebenen Geschmacksnerven abgetötet, die mit scharfen Geschmack assoziiert waren ;-) Ich möchte auf diesem Weg auch alle Vegetarier etwas vorwarnen. Wer strikt darauf achtet sich fleischlos zu ernähren kann enorme Schwierigkeiten haben. Die meisten, für Europäer, sehr schmackhaften Gerichte enthalten Fleisch und so was wie gedünstetes Gemüse als Hauptgericht findet man nur selten. Auf jeden Fall ist eine mit der koreanischen Esskultur vertraute Person sehr hilfreich. Noch besser, wenn der- oder diejenige fließend koreanisch spricht. Sonst würde ich die nicht ganz günstigen FoodCourts in den großen Kaufhäusern empfehlen. Andere Fälle: Allergien gegen Fisch und sonstiges Meeresgetier oder persönliche Abneigung gegenüber scharfen Speisen. Beides schließt einen nahezu automatisch von einem nicht ganz unbeträchtlichen Teil der landestypischen Küche aus. Wer aber mit Neugier und nur etwas Entdeckungswillen ausgestattet ist, kann sich in einer ganz neuen Welt bewegen.

Permalink — Kategorie: Essen · Korea — Hirschi @ 6:10 — Kommentare (0)