Besitzer eines UKW-Senders / FM-Transmitters wie beispielsweise den Griffin iTrip oder Belkin TuneBase FM kennen sicher das leidige Thema:
Wie finde ich eine freie UKW-Frequenz für ungestörten Empfang meiner privaten Mini-Radiostation?
In Deutschland ist seit 2006 die freie Nutzung der Radiofrequenzen von 87,5 MHz bis 108 MHz mit Sender bis zu einer Leistung von 50 Nanowatt erlaubt (Vfg 7/2006 der Bundesnetzagentur). Anders als im Ausland, wo leistungsstärkere Sender zugelassen sind, kommt man mit den 50nW nur einige Meter weit. Sofern kein stärkerer Sender das eigene Signal überlagert, reicht die Leistung auch für das Auto oder andere kurze Strecken.
Wunderfrequenz 87,5 – Der unterste und oberste Kanal im VHF-Band II (87,5 MHz bzw. 108,0 MHz) ist in aller Regel nicht belegt. Durch die verwendete Technik (Frequenzmodulation, FM) belegt ein Sender immer eine Bandbreite, bspw. Bayern 2 (89,5 MHz, 75kHz Hub) in Bad Tölz: 89,425 MHz bis 89,575 MHz.
Somit ergibt sich, dass zwei starke Sender mindestens 150 kHz Abstand zueinander haben sollten. In der Praxis gewährt man aber zwischen 200 kHz und 300 kHz, d.h. der nächste Sender sollte hier optimalerweise erst auf 89,8 MHz liegen (vgl. Kanalbandbreite).
Damit es nicht zu Störungen unterer Frequenzbereiche kommt, wird nicht mit hoher Leistung auf 87,5 MHz gesendet. Folglich ist die erste Rundfunkstation auf 87,6 MHz, meistens aber erst bei 87,7 MHz. Das hat zur Folge, dass man auf 87,5MHz fast immer einen freien Empfang des eigenen Mini-UKW-Senders hat und auch noch genug Abstand zu einem der großen Radiosender.
Unterhalb des VHF-II Bands liegen verschiedene meist sehr schwach genutzte Bereiche (s. Frequenznutzungsplan):
Reportagefunk: 84 MHz – 87,5 MHz
Betriebsfunk: 84 MHz – 87,5 MHz
Funkanwendungen der BOS: 84 MHz – 87,265 MHz (Migration geplant)
Aus dieser Richtung sind selten Störungen zu erwarten. Unangenehmer sind vor allem grenznahe Gebiete im Süden. Österreichische als auch italienische Sender rücken viel näher an die Untergrenze heran und senden auch mit voller Stärke auf 87,5 MHz bzw. 87,6 MHz. [Diskussionen zur UKW-Frequenz: 1, 2]
Effiziente Suche nach freien Frequenzen Vor kurzem bin ich auf FMscan.org gestossen.
Das Besondere: Man kann über Google Maps seine Position festlegen und anschließend die Radiosender nach Sendestärke sortieren. Wertet man für München die Sendestärke einmal aus, hat man folgendes Bild:
Die Y-Achse zeigt die Signalstärke relativ zu 1 Microvolt auf einer nicht-direktionalen Außenantenne (dBµV), die X-Achse ist die jeweilige Sendefrequenz. Anhand des Bildes kann man einige unbesetzte Frequenzen entdecken:
90.3, 90.4, 92.2, 94.9, 96, 98.3, 101.9, 103.4, 104.7 MHz
Vergleicht man die Werte mit den von Apfelwiki vorgeschlagenen Frequenzen, sieht man schon gewisse Ähnlichkeit. Für das Alpenvorland bei München ergibt sich etwa dieses Bild:
Es lässt sich grob ermitteln, dass die folgenden Frequenzen relativ ungestört sein sollten:
94.5, 100.7 MHz
Hallo,
fmscan.org bietet jetzt eine automatische Suche freier Frequenzen z.B. für FM Transmitter an. Einfach unter Optionen ein Häkchen bei “freie Frequenzen finden” setzen.